Moorkieker
Der Moorkieker - ein regionaltypischer Spiel- und Kulturort. Erfahren Sie Moor in der regionalen Bedeutung, informieren Sie sich über Tiere und Pflanzen und erleben Sie spielend Natur und Geschichte.
Hochmoore haben unschätzbaren Wert für die Erhaltung unserer Umwelt. Durch den Einsatz großer Maschinen zerstörte der industrielle Torfabbau ab Mitte des 19. Jahrhunderts viele unserer Moore. Obgleich seit 1972 der Torfabbau von der Naturschutzbehörde genehmigt werden muss, werden jährlich in Deutschland noch heute über 10 Millionen Kubikmeter Torf abgebaut! So entstand der Moorkieker.
Bereits der Name „Kükenmoor“ zeigt die Verbindungen der hiesigen Ortschaft mit dem Moor. 2006 bildete sich ein ehrenamtlicher Arbeitskreis, um hier einen regionaltypischen Spiel- und Kulturort zu schaffen. Die Gemeinde Kirchlinteln unterstützte dieses Vorhaben. Binnen weniger Monate wurde aus einer Idee ein gemeinsames Projekt.
Initiiert durch Ortsvorsteher Fred Wischmann wurde zur Schaffung eines „attraktiven Ortes für die Dorfgemeinschaft" ein Arbeitskreis von ca. 20 engagierten Einwohnern gebildet. In die Planung mit Bürgerbezug wurden die Anliegen aller Altersschichten gleichermaßen mit einbezogen.
Für die Umsetzung des Projektes wurden folgende Ziele zugrunde gelegt:
- Schaffung eines vielseitig nutzbaren Mittelpunkts für alle Ortsteile Kükenmoors
- individuelles, situationstypisches Spielen in hiesiger Natur
- anschauliche, authentische Darstellung der ortseigenen Geschichte und Kultur
- spannende und animierende Verdeutlichung der ökologischen Hintergründe des Moores
- Kooperationen mit Schulen, Kindergärten sowie natur- und kulturinteressierten Einrichtungen
- Bildung eines Anziehungspunktes über die Grenzen der Ortschaft Kükenmoor hinaus
Baubeginn war im Juni 2010. Eine Schutzhütte und die Moorbahn wurden nahezu komplett in Eigenleistung errichtet. Ende Oktober folgten die Spielgeräte. Die freie Schule Verden unter der Leitung von Susanne Scharninghausen und Ursula Hahn begonnen einen Torfstich auszuheben, der mit Exponaten wie einer originalen Torfpresse (gestiftet von Familie Scharninghausen) und anschaulichem Informationsmaterial den früheren Arbeitsalltag im Moor darstellen.
Finanziell unterstützt wurde das Projekt „Moorkieker" von der Gemeinde Kirchlinteln, der Behörde für Geoinformation, Landentwicklung und Liegenschaften Verden (GLL Verden), der Stiftung der Kreissparkasse Verden, der Henkel AG - Umweltprojekt Futurino, der Firma Mars und der Niedersächsischen Umweltstiftung Bingo Lotto. Besonders erwähnenswert sind die finanziellen Eigenleistungen der Kükenmoorer Bevölkerung.
Seit August 2014 beherbergt das Gelände des Moorkiekers in Kükenmoor ein Haus für Insekten in dem Wildbienen, Florfliegen, Maikäfer und andere Krabbeltiere ein Zuhause finden. Es sieht nicht nur gut aus, sondern bietet Schädlingsbekämpfern einen Lebensraum. Dieses vorbildliche Modell wurden von der Zimmerei Gerrit Klockmann, Ursel, Günter und Toni Hahn, Heinz Bock, Fred und Frederik Wischmann gefertigt. Das Baumaterial wurde teilweise aus Sachspenden zusammengetragen. Bereits kurze Zeit nach der Fertigstellung haben sich die ersten Insekten in dem neuen Domizil ein Zuhause gefunden.
Ferner wurde ein Todholzstapel aufgeschichtet, in dem Amphibien, Reptilien und Säugetiere nach Insekten suchen, ein Versteck oder einen sicheren Übernachtungsplatz für den Winter finden. Mit diesen beiden Projekten leisten die Akteure vom Moorkieker einen wertvollen Beitrag zur Erhaltung der Artenvielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt.
Dokumente
| Flyer Moorkieker (904 kB) |
Gebäude, Institutionen, sonstige Einrichtungen
- Moorkieker Kükenmoor, Am Siel, 27308 Kirchlinteln
